LANDWIRTSCHAFTSPROJEKT


Entwicklung und Erfolg durch das LandwirtschaftsProjekt

Seit sie mit ihrer Landwirtschaft monatlich ca. 100 Euro verdient, ist Samsara Thami eine selbstbewusste Frau geworden. Ihre selbst angebauten Tomaten bringt sie im Tragekorb zum 1½ Stunden entfernt gelegenen Markt. Auch Zwiebeln, Chilli und Austernpilze werden von ihr gezogen und vermarktet. Geflochtene Bambuskörbe runden das Angebot ab.

 


Samsara hat beim Wiederaufbau ihres Hauses nach dem Erdbeben genau berechnet, wie hoch der Kredit sein darf, damit das Einkommen von ihr und ihrem Mann ausreicht, die Rückzahlung auch leisten zu können.

Zusammen mit den anderen Frauen aus dem Dorf Chokati nimmt sie an Fortbildungen über organische Schädlings-bekämpfung, Düngung und Vermarktung teil, wodurch sie sich besser in der Gemeinschaft integriert fühlt.
Ganz bewusst hat sich Samsara entschieden, nur zwei Kinder zu haben. Sie sollen eine gute Schule besuchen und einen Beruf erlernen, vor allem auch ihre Tochter.

Sie ist dankbar und stolz, eine „moderne“ Thami-Bäuerin zu sein.

 



Im Gespräch mit Teilnehmern des Projekts war es beeindruckend, zu sehen, wie selbstbewusst sie waren und welch präzise Angaben sie über Einkommen und Hauskredite geben konnten.

Hilfe zur Selbsthilfe

Dorfentwicklung bei den Thami iM distrikt Sindhupalchowk

Die Thami sind ein kleiner indigener Volksstamm, mit eigener Sprache und Kultur, die wir im Frühjahr 2017 kennenlernen durften. Wir waren beeindruckt von der Freundlichkeit der Thami und betroffen von der offensichtlichen Armut.

 

Ursprünglich wurde die Bitte nach einer Schule (unsere Schule in den Bergen) an uns gerichtet, aber sehr bald war klar, dass dies nur ein Bestandteil unseres Dorfentwicklungs-projekts sein kann. Nicht nur gab es 2017 in Bhumethan Anzeichen von Mangelernährung, die Wohnsituation war – noch 2 Jahre nach dem Erdbeben – sehr bedrückend. Für die 14 ärmsten Familien hat Carisimo Häuser gebaut und die Begeisterung bei den Begünstigten im Dorf war groß. Aber allen helfen konnten wir mit unseren Mitteln nicht und den Familien war damit auch nicht langfristig geholfen.

 

Ke garne? – wie gehen wir vor?

 के गार्ने   -    KE GARNE? 

übersetzt - WAS TUN JETZT!

Ist die meist benutzte Redeweise der Nepali in allen Lebensfragen. 

wir starten mit isard


webpage ISARD

ISARD arbeitet bereits seit 1991 in der Region Sindhupalchowk, in deren Dörfern die Menschen unter sehr armen Bedingungen leben. Durch Schulungen der Bevölkerung in nachhaltiger Landwirtschaft und umweltfreundlichem Handeln wurden die Einkommen der betreuten Haushalte deutlich verbessert. Durch dieses Wissen können nun auch unsere Dörfer profitieren.



Mit ISARD starten wir einen neuen Ansatz:

 

Nachhaltige Dorfentwicklung mit Hilfe eines Social Mobilizers, eines Sozialarbeiters, um die Grundlagen für eine Zusammenarbeit zu schaffen. Durch geschicktes Zuhören und Reflektieren über Jahre begleitet er die Dorfgemeinschaft und fördert eine positive Entwicklung:

 

Begonnen bei den Klugen, Geschickten und Wissbegierigen, weiter in die breite Mitte, bis auch die Schwachen von der Dynamik erfasst werden.

 

Ein langwieriger Prozess, der sich kaum beschleunigen lässt.  Die Ergebnisse, die wir gesehen haben, sind jedoch beeindruckend. Innerhalb von kurzer Zeit sind die Dörfer aufgeräumter, die Menschen gepflegter und haben aufgrund neuer Perspektiven ihren Alkoholkonsum eingeschränkt. 

 

Themen für die Zukunft werden sein:

Verhalten bei Behörden, Gleichberechtigung, Ernährung, Familienplanung, Gruppendynamik, Umweltschutz und vieles mehr.

Unterstützend erfolgen Ausflüge in bereits entwickelte Projektdörfer, um den Austausch und die Diskussion mit erfahrenen Bauern zu ermöglichen.

 

Die Erfahrung zeigte, dass der Austausch mit Gleichgesinnten oft mehr bewirkt als eine Schulung.

 

Der Kollege vom Social Mobilizer ist der JTA (Junior Technical Assistant), ein Agrarexperte, der anfangs dazu anregt, kleine Küchengärten anzulegen, in denen der tägliche Gemüsebedarf, wie z.B. Zwiebeln, Grüngemüse und Kohl angebaut wird. Hier ist der Erfolg mit wenig Aufwand schnell sichtbar und ermutigt die Menschen zu mehr. 

 

Nach kurzer Zeit werden die vorhandenen Felder auf Feldfrüchte mit einem möglichst hohen Vermarktungswert umgestellt. Diese so genannten Cash Crops sind z.B. schwarzer Kardamom, Chili, Kaffee und Ingwer, aber auch der Anbau von Austern- und Shitakepilzen verspricht Gewinn. Durch den Verkauf Ihrer Waren sind die Familien langfristig autark und können notwendige Ausgaben, wie Schulgeld, selbst bestreiten. 

 

 


Schwarzer Kardamom. Indische Großhändler holen die Ware direkt bei den Bauern ab.
Schwarzer Kardamom. Indische Großhändler holen die Ware direkt bei den Bauern ab.
Anbau von Austern- und Shitakepilzen
Anbau von Austern- und Shitakepilzen


Die Projektbetreuung erfolgt durch unseren langjährigen Mitarbeiter in Nepal Gopy Dahal und die NGO ISARD, die dieses Vorgehen seit 1991 erprobt und weiterentwickelt.

 

Ein Beispiel für die positive Entwicklung ist das Dorf Latu (finanziert durch ICFON).


Wir besuchten das Dorf Latu, welches schon seit einigen Jahren keine Unterstützung mehr durch ISARD bekommt, da es sich inzwischen selbstständig weiterentwickelt.

Die Ausgangssituation war ähnlich wie in Bhumethan – die Bewohner sind größtenteils Thami und besitzen nur wenig Land.

 

Doch welch ein erfreulicher Unterschied zu Bhumethan – dabei liegt der Projektbeginn in Latu gerade mal 14 Jahre zurück!

 

Die Einkommenssituation in Latu ist erheblich besser als in Bhumethan. Gemüse-, Gewürzanbau und auch Pilzkulturen sichern den fleißigen Bewohnern von Latu einen gewissen Wohlstand.

 

Für neue Projekte generieren sie inzwischen eigene Gelder durch eine Dorf-Kooperative. Im Gemeindewald wird schwarzer Kardamom angebaut. Dies ist eine Win-win-Situation für alle, denn der Anbau von Kardamom, im Schatten der Bäume, ist sehr lukrativ und spült Geld in die Gemeindekasse. Da durch jeden gefällten Baum ca. 20 kostbare Kardamom-Pflanzen eingehen, fällen die Bewohner nun auch nicht mehr unkontrolliert wichtige Bäume.

 

Im Rahmen des ISARD/Carisimo-Projekts werden auch finanzielle Mittel für Mikrokredite und Mikrofinanzierungen bereitgestellt.

Die Durchführung erfolgt über die ISARD-Landwirtschaftsgenossenschaft, welche auch die Rückzahlungen der Kredite überwacht. Infrastrukturprojekte, wie z.B. Bewässerungsanlagen, müssen nicht zurückgezahlt werden, da hier auch die Eigenleistung der Bevölkerung gefordert wird.

 

Ein wichtiger „Nebeneffekt“ ist, dass die Rolle der Frau in diesen Gesellschaften durch unsere Projekte gestärkt wird. Viele Männer verlassen das Land, um in arabischen Ländern vermeintlich „viel“ Geld zu verdienen. Sie fehlen jedoch in den Dörfern. Durch die Schulungen von ISARD Social Mobilizern und Junior Technical Assistants sind so die Frauen in der Lage, selber Landwirtschaft zu betreiben und damit Einkommen zu erwirtschaften, und vielleicht gibt das auch den Männern neue Perspektiven.

Download
Information über unsere Zusammenarbeit mit ISARD
ISARD Projektbeschreibung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 842.8 KB